PASO DOBLE

Lauft, meine Füße

Lauft, meine Füße, lauft immer gradeaus.
lauft immer weiter, doch nimmermehr nach Haus.
Ach, liebe Bäume, wo soll ich nur hin?
Ich weiß ja nicht einmal, wo ich hier bin.
Dornen und Blätter sind dicht wie ein zelt.
Kein Sonnenstrahl dringt in die finstre Welt.
Hat sich im Dickicht nicht etwas geregt?
War’s nur der Wind, der die Zweige bewegt?
Oder ein zwer - eine Elfe - ach was!
Es war bestimmt nur ein häschen im Gras.

Lauft, meine Füße, lauft immer gradeaus.
lauft immer weiter, doch nimmermehr nach Haus.
Lauft, meine Füße, lauft schneller, macht nicht halt.
Tragt mich so schnell ihr könnt
raus aus diesem Wald.

Überall knistert und wispert es leis.
Mir ist ganz bange, mal heiß und mal kalt.
ist es ein Reh, was so scheu sich versteckt?
Oder ein bär, der das Maul sich schon leckt?

Und hinterm Busch unterm Farn, silbergrau,
lauert der Wolf - ja, ich seh es genau.
Ein wildes Augenpaar blinzelt verschmitzt,
durch das Gestrüpp wie ein glühender Blitz.

Ich bin so mäde und mein Bauch ist leer.
Alles tut weh und die Beine sind schwer.
Ihr wilden Tiere habt Mitleid mit mir,
lasst mir mein Leben, ich bitte euch sehr.

Ist auch das moos hier im Wald weich und nett,
schlafen möchte ich heute Nacht gern im bett.
ach, liebe Bäume, die nacht kommt ja bald,
zeigt meinen Füßen den Weg aus dem Wald.






Musik: Frank Oberpichler
Text: Rale Oberpichler