PASO DOBLE

Elfen und Feen

Heut, in der Frühe, als alles noch schlief,
und ich allein durch den Morgenwald lief,
hab ich im Gras, unterm Dickicht versteckt,
ein winzig kleines Männlein entdeckt.

„Hey, alles klar?“ rief es schmunzelnd mir zu.
„Danke, ja, ja, aber... wer bist den du?“
„Welch eine Frage!“ raunzt es da empört,
„du hast wohl noch nie von uns Zwergen gehört!“

Jetzt war ich baff! „Na klar, hab ich schon!
Doch nur im Märchen, nicht hier, wo ich wohn!“
Da sah das uralte Männlein mich an
und sprach ganz ernst, so von Männlein zu Mann:

Elfen und Feen - Drachen und Hexen,
Gnomen, die bei Kobolden wohnen - und Nixen,
Zaubrer, die gern von Hexen lern
und Riesen - hör zu - sogar größer als du.
Und dann Zwerge, wie mich -
dies alles gibt es, das ahnt ihr ja nur,
hier auf der Erde, in Stadt, Wald und Flur.
Glaub es oder glaub’s nicht.

Ich dachte nur: „Komm, wach endlich auf!
Was für ein Traum! Wie komm ich nur darauf?
Ich ruh mich lieber mal aus dort am Baum.“
da sagte das Männlein: „Dies ist gar kein Traum!

Hinter dem Spiegel der äuß’ren Natur
leben wir Geister, meist unsichtbar nur.
Doch eure Kinder sind bei uns zu Haus,
in unserem Reich gehen sie ein und aus.
Und willst du all diese Kinder versteh’n,
dann versuch hinter den Spiegel zu seh’n.
Hinter den Spiegel aus Zweifel und Furcht
...oder.... mach’s wie die Kinder,
die schau’n einfach durch!“






Musik: Frank Oberpichler
Text: Rale Oberpichler